In der Lebensmittelverarbeitung, der Landwirtschaft und der fertigenden Industrie ist kompromisslose Hygiene das oberste Gebot. Doch während bei der Planung neuer Produktionslinien meist die Sauberkeit der Maschinen und die Einhaltung strenger Audits im Fokus stehen, wird ein entscheidender Faktor häufig übersehen: der Mensch, der die Reinigung Nacht für Nacht durchführt. Die tägliche Grundreinigung großer Produktionshallen ist ein echter Knochenjob. Hohe körperliche Belastungen, ungünstige Arbeitshaltungen und das Hantieren mit schweren Geräten führen nicht selten zu einem hohen Krankenstand und einer enormen Fluktuation beim Personal.
In Zeiten des akuten Fachkräftemangels wird es für Unternehmen jedoch immer schwieriger, verlässliches Reinigungspersonal zu finden und langfristig zu binden. Genau hier setzt ein moderner Arbeitsschutz Industriereinigung an. Es geht längst nicht mehr nur darum, dass die Halle am Ende der Schicht den Hygienevorgaben entspricht. Es geht vor allem darum, wie dieses Ziel erreicht wird. Durch den bewussten Einsatz für ergonomische Reinigungstechnik lassen sich Arbeitsunfälle vermeiden, das Personal spürbar entlasten und teure Ausfallzeiten nachhaltig senken.
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Gefahrenquelle Nummer 1: Stolperfallen durch herumliegende Schläuche
Jeder, der schon einmal eine Produktionshalle während der intensiven Reinigungsphase betreten hat, kennt das chaotische Bild: Kreuz und quer über den nassen, ohnehin schon rutschigen Boden verlaufen meterlange, schwere Wasserschläuche. Für das Personal stellen diese Schläuche eine der größten und unberechenbarsten Gefahrenquellen im hektischen Betriebsalltag dar. Stolper- und Sturzunfälle führen in der Industriereinigung regelmäßig zu wochenlangen Ausfällen und arbeitsrechtlichen Konsequenzen.
Zudem erfordert das manuelle Auf- und Abrollen starrer, nasser Industrieschläuche einen enormen Kraftaufwand und belastet die Wirbelsäule der Mitarbeiter erheblich. Oft werden die Schläuche aus Erschöpfung oder Zeitmangel nach der Schicht nicht ordnungsgemäß verstaut, was das Unfallrisiko für die nachfolgende Frühschicht weiter erhöht und zudem das Material schädigt.
Beim druckluftfreien Schaumsystem von Bobby wird hier durch den Wegfall des Druclluftanschlusses ein Schlauch weniger notwendig. Eine weiterführende Lösung für dieses Problem ist hierzu addiert, ebenso simpel wie effektiv: automatische Schlauchaufroller. Fest an der Wand, an massiven Trägern oder an der Decke installierte Edelstahl-Aufroller sorgen dafür, dass immer nur exakt so viel Schlauch abgerollt ist, wie der Mitarbeiter im jeweiligen Moment tatsächlich für seinen Aktionsradius benötigt. Nach getaner Arbeit zieht sich der Schlauch durch einen leichten Zug kontrolliert und sicher von selbst wieder in das Gehäuse zurück. Der Boden bleibt konsequent frei von Hindernissen, und den Mitarbeitern bleibt das kräftezehrende, bückende Aufwickeln komplett erspart.
Schwere Lasten und Gefahrstoffe: Schluss mit dem manuellen Mischen
Ein erhebliches Sicherheitsrisiko entsteht beim manuellen Umfüllen und Anmischen der aggressiven Chemikalien direkt vor Ort, beispielsweise in einer “Schaumbombe”.
Um diese Risiken effektiv zu minimieren und die Vorgaben der Berufsgenossenschaften zu erfüllen, ist die Schaumausbringung und Desinfektion über ein Injektorprinzip und optimaler Weise über eine dezentrale Dosieranlage (keine Lekagen und Ausspülungen der Rohrleitung in Zwischendecken usw.) der absolut sicherste Weg. Bei diesem System werden die Reinigungsmittel an dem Reinigungssatellit untergebracht (Kleingebinde, optional abschließbar) und automatisch in der exakt richtigen Konzentration verarbeitet.
Belastungen der Gelenke und Atemwege: Die Vorteile der Mitteldruck-Technik
Ein weiterer, oft unterschätzter Faktor beim Arbeitsschutz in der Industriereinigung ist die Wahl des Arbeitsdrucks an der Lanze. Viele Betriebe reinigen nach wie vor mit ineffizienten Hochdruckaggregaten bei etwa 120 bar. Was nach starker Reinigungskraft aussieht, bedeutet für den Anwender in der Praxis eine enorme physische Belastung und gefährdet die Gesundheit.
Ein durchdachtes Mitteldrucksystem (beispielhaft mit 50 bar) eliminiert diese Belastungen nahezu vollständig und schützt das Personal gleich auf mehreren Ebenen:
- Schonung der Gelenke: Die extrem starken Rückstoßkräfte klassischer Hochdrucklanzen entfallen. Das Reinigungspersonal kann die Lanze entspannter führen, was Handgelenke, Ellenbogen und Schultern massiv entlastet.
- Ergonomische, aufrechte Arbeitshaltung: Bedingt durch den hohen Druck und die geringere Wassermenge beim Hochdruck resultiert ein geringer Spritzabstand und eine schädliche Arbeitshaltung. Mitteldruck erlaubt einen größeren Abstand zur Maschine und ermöglicht so ein aufrechtes, rückenfreundliches Arbeiten.
- Gesündere Atemluft: Hochdruck erzeugt eine extreme Aerosolbildung (Wassernebel), wodurch Mitarbeiter unerwünschte Mikroorganismen oder Chemieaerosole einatmen können. Mitteldrucksysteme verhindern diese feine Zerstäubung und halten die Umgebungsluft sauber.
- Weniger Stress durch Effizienz: Das bessere Druck-/Volumenstromverhältnis bietet eine höhere Schwemmwirkung, wodurch das Personal schneller und mit weniger Kraftaufwand und weniger Frisch- & Abwassermenge ein sauberes Ergebnis erzielt.
Fazit: Mitarbeitergesundheit ist die beste betriebliche Investition
Zusammenfassend lässt sich sagen: Ein proaktiver Schutz der Mitarbeiter ist keineswegs ein lästiger Kostenfaktor, sondern eine der wichtigsten und rentabelsten Investitionen in die Produktivität Ihres Unternehmens. Wer bei der Modernisierung seiner Hallen auf gesundheitsfördernde Technik setzt, reduziert nicht nur akute Unfallgefahren und Langzeitschäden. Sie signalisieren Ihrem Team auch echte Wertschätzung. Weniger körperliche Belastung bedeutet messbar weniger krankheitsbedingte Ausfälle, deutlich motivierteres Personal und am Ende der Schicht auch ein konstanteres und besseres Reinigungsergebnis.

